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Herzeule Sumpfohreule
Sumpfohreule: Pröhl/fokus-natur.de
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Eulen-Portraits

In Europa sind 13 Eulenarten beheimatet. Zur Ordnung der Eulen zählen zwei Familien: die Familie der "Echten Eulen (Stringidae)" mit vielen Arten und die Familie der "Schleiereulen (Tytonidae)" mit nur einer Art. Die grösste heimische Eule ist der Uhu, die kleinste heimische Eule ist der Sperlingskauz. Weibchen sind größer als Männchen. Entsprechend variieren die Größen, Spannweiten und Gewichtsangaben. Zudem ändert sich das Gewicht je nach Jahreszeit und Nahrungsbedarf. Eulen können zur Winterzeit Fettreserven ansetzen. Lediglich die Schleiereule hat diese Fähigkeit nur begrenzt, so dass sie bei Nahrungsmangel innerhalb weniger Tag verhungert. Sie ist daher im Winter besonders auf einen Lebensraum angewiesen, in dem sie Nager über einer geschlossenen Schneedecke erbeuten kann. Dies war früher in offenen Scheunen möglich. Heute kann man ihr durch die Anlage von "Mäuseburgen" helfen.

Familie der "Schleiereulen"

Schleiereule, Tyto alba

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Die Eule mit dem Herzgesicht
Diese mittelgroße Eule aus der Familie der "Schleiereulen" lebt in offenen Kulturlandschaften und hat sich dem Menschen als Kulturfolger angeschlossen. Sie benötigt als Jagdrevier offene Flächen mit kurzer Vegetation, um an die Beutetiere heranzukommen. Dank ihrer sehr langen Beine kann sie Beutetieren, die entwischen wollen, hinterher springen. Die Schleireule gilt als die nachtaktivste Eule.
 

 

Familie der "Echten Eulen"

Europäischer Uhu, Bubo bubo

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Die grösste und schwerste heimische Eule
Der europäische Uhu ist die größte und schweste heimische Eulenart. Er lebt in Wäldern und Steinbrüchen, wo er jagd und seine Jungen großzieht. Auffällig sind die großen orangenen Augen und die Federohren. Die Federohren spiegeln seine Stimmung wieder, hören kann er damit nicht. Der Uhu war in den 70er Jahren bedroht, heute hat sich sein Bestand durch Nachzucht und Auswilderungen erholt. Die Eier des Uhus sind schneeweiß und so groß wie Hühnereier. Betrachtet man ein Skelett des Uhus, wirkt der Vogel viel kleiner. Im Verhältnis sind die Füße mit den Zehen erstaunlich groß. So wundert es auch nicht, dass der Uhu viel Kraft in den Füßen hat.

Waldohreule, Asio otus

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Der "Bonsai-Uhu"
Diese mittelgroße Eule ist noch relativ häufig. Sie sieht aus wie ein "Bonsai-Uhu." Bei Gefahr macht sie sich sehr schlank und stellt die Federohren senkrecht nach oben. Ihr tarnfarbenes Gefieder lässt sie dann mit dem Wald nahezu verschmelzen. Im Winter bildet die Waldohreule Schlafgemeinschaften auf Bäumen, so dass man sie hier gut beobachten kann. Tagsüber ruht oder schläft sie auf Bäumen in Wäldern, Parks oder Gärten. Sie ist mitunter erstaunlich wenig scheu, so dass man sie mit etwas Glück tagsüber bei der Gefiederpflege beobachten kann.

Sumpfohreule, Asio flammeus

Herzeule Sumpfohreule Jägerprüfung
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Die Eule mit den "smokey eyes"
Die mittelgroße Sumpfohreule hat sehr kleine Federohren, aber auffällig schwarz umrandete Augen mit einer gelben Iris. Sie baut als einzige Eulenart ein Nest aus selbst gesuchtem Nistmaterial. Alle anderen Arten beziehen fremde Nester. Das Bodennest macht sie auch angreifbar für Beutetiere wie den Fuchs und Marder. Während die Sumpfohreule im Norden Deutschlands noch vorkommt, ist sie z.B. in NRW ausgestorben. Als Bodenbrüter macht ihr hier die intensive Landwirtschaft zu schaffen.

Waldkauz, Strix aluco

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Der mit den dunklen Augen und dem Krimi-Ruf
Der Waldkauz ist eine der häufigsten heimischen Eulenarten. Er lebt in Wäldern, Parkanlagen und Gärten. Bekannt ist der etwas unheimliche Ruf des Männnchens "hu-huhuhuhuuuu", der gerne in Krimis eingespielt wird. Gut hörbar ist auch der Antwortruf des Weibchens mit "kiwitt-kiwitt". Als Brutplatz nimmt der Waldkauz gerne Nistkästen an, die er aber auch an Hohltauben verlieren kann. Junge Waldkäuze kraxeln im Ästlingsstadium auf dem Waldboden herum. Dank ihrer guten Krallen, klettern sie auch wieder die Bäume hinauf. Leider werden diese gesunden und gut versorgten Jungkäuze gerne aus irrtümlicher Fürsorge in ein Tierheim gebracht oder eine Wildtierstation. Daher die Bitte: Schauen sie erst, ob der Jungvogel wirklich Hilfe benötigt. Ein Tier, dass aus seiner Umgebung genommen wird, hat viel schlechtere Überlebens-Chancen.

Steinkauz, Athene noctua

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Der kleine mit eckigen Kopf
Der Sperlingskauz ist die zweitkleinste heimische Eule und kommt am häufigsten im Rheinland vor. Dort bewohnt er Obstwiesen und Wiesen auf denen Kopfweiden stehen. Er benötigt zur Jungenaufzucht Baumhöhlen. Als Ersatz werden auch mardersichere Niströhren gut angenommen. Er scheut auch nicht die menschliche Nähe, so dass man ihn auch auf Flächen in der Nähe von Bauernhöfen findet. Als kleine Eule frißt er kleine Beutetiere wie Mäuse und Insekten. Er galt früher als Vorbote des Todes. Angelockt vom Kerzenschein an Sterbebetten, flatterten viele Insekten und Nachtfalter an diesen Fenstern, die der Kauz als leichte Beute gefangen hat. Heute weiß man um diesen Irrtum und erfreut sich eher an Eigenschaften wie der Treue zum Partner.

Nordische Eulen

Schnee-Eule, Bubo scandiacus

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Die nordische Schönheit mit den gelben Augen
In den letzten Jahren ist die Schnee-Eule durch die postbringenden Zaubereule bekannt geworden. Im wahren Leben ist die Schnee-Eule ganz auf ein Leben in Kälte und Schnee angepasst, was schon an ihrem weiß gefleckten Federkleid und den gefiederten "Schnee-Schuhen" zu sehen ist. Das Weibchen besitzt zur Tarnung mehr schwarze Streifungen als das Männchen. Schnee-Eulen müssen die kurzen Sommermonate für die Aufzucht der Jungen nutzen. Daher gibt es auch nur eine Brut pro Jahr.

Bartkauz, Strix nebulosa

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Der "bärtige" mit dem bösen Blick
Der große Bartkauz lebt im Norden Europas. Trotz seiner Größe wiegt er deutlich weniger al ein Uhu. Seine kleinen gelben Augen liegen ziemlich mittig in dem großen kreisrunden Kopf. Unterhalb des Schnabels ist ein schwarzer Fleck, der wie ein Bart wirkt und namensgebend ist. Der Bartkauz hat nicht nur einen "bösen" Blick, er wird auch fußgreiflich, wenn es darum geht, sein Gelege und die Jungen zu verteidigen. So ist es ratsam einen Bartkauz in der Brutzeit nicht zu stören, was aus Naturschutzgründen ohnehin gegeben sein sollte.

Sperbereule, Surnia ulula

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Die Eule mit Sperber-Mimikry
Die nordische Spebereule ist nach dem kleinen habichtartigen Sperber genannt, der ebenfalls ein quergestreiftes Brust- und Bauchgefieder trägt. Als Beutegreifer sind beide Arten für kleine Singvögel eine Gefahr. Die Sperbereule fängt aber auch Nagetiere. Im Gegensatz zu vielen Eulearten ist sie tagsüber aktiv.

 

Eulenkinder erkennen

Möchten Sie wissen, wie die schönen Eulen als Jungtiere aussehen? Manchmal kann man sich nur wundern, welch Veränderung die Tiere innerhalb weniger Wochen machen.
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